Mai 062014
 

Einspruch gegen die geplante Stromtrasse Ost – Süd
Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen die geplante Stromtrasse möchte ich einen fristgemäßen Einspruch erheben. Sie ist nicht nur umweltschädlich und gesundheitsgefährdend, sondern auch ökonomisch sinnlos und entspricht nicht der politisch geforderten umweltgerechten Energiewende. Wir lehnen sie daher komplett ab.

Ich möchte folgende Argumente anbringen:
Die Stromtrasse ist möglicherweise gesundheitsgefährdend, da die verwendete Technologie noch nicht auf ihre Verträglichkeit geprüft wurde. Dies in einem Experiment an uns Bürgern einfach auszuprobieren ist unerträglich!
Das Thema gesundheitliche Beeinträchtigung wird in der Planungsausführung nach wie vor ignoriert, es ist nicht in der Sensitivitätsanalyse enthalten. Zur Reduktion der potentiellen Gesundheitsbelastung könnte eine Erdverkabelung eingesetzt werden. Darüber werden aber keine Aussagen in der Planungsausführung getroffen.
Zudem gibt es bis jetzt in Ihrer Planung keinen ausgewiesenen Mindestabstand zwischen der Stromleitung und bewohnten Gebieten oder besonders schutzbedürftigen Gebieten. Ganz konkret ist dies hier in der Gemeinde Neunkirchen: Der Korridor der Stromtrasse führt über Ortsteile Speikerns, direkt durch die Ortschaften Kersbach und Weißenbach und über einen Kinderspielplatz.
Dies widerspricht dem Versprechen der Firma Amprion nicht neben, oder über öffentlichen Spielplätze zu planen.

Das örtliche Wasserschutzgebiet mit unserem Trinkwasserbrunnen und das an den Ort angrenzende Naturschutzgebiet werden ebenfalls durchquert. Dies ist ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in den Landschafts- und Naturschutz. Große Bestände
an Wald müssten auch in unserem Gemeindegebiet gerodet werden.

Die Stromtrasse entspricht nicht der grünen Energiewende, die von der Politik geplant und von den Bürgern eingefordert wird, da über die Stromtrasse kaum regenerative Energien, sondern hauptsächlich Kohlestrom transportiert werden soll, eine der umweltschädlichsten Energien überhaupt! Wir wehren uns auch gegen Pläne, über die Stromtrasse eine Anbindung an den europäischen Markt und billigen Atomstrom aus unseren östlichen Nachbarländern zu bekommen. Wir wollen stattdessen auf regenerativen, regional und ökologisch erzeugten Strom setzen. Alles andere lehnen wir ab!

Unsere Gemeinde, die zu einem großen Teil von der schönen Natur lebt, sowohl als
Naherholungsgebiet mit Tourismus, als auch als Wohngebiet, verliert durch die
gesundheitsgefährdende und Landschaft zerstörende Stromtrasse an Attraktivität. Wer will schon unterhalb einer Starkstromtrasse Urlaub machen? Wir sind uns sicher, dass durch diese Trasse unsere Gemeinde für den Zuzug junger Familien, wie auch die Ansiedlung neuer Firmen, deutlich unattraktiver wird, was zu unabsehbaren, langfristigen Konsequenzen der Gemeindeentwicklung
führt. Langfristig werden viele Bürger fortziehen, was dazu führt, dass die öffentlichen Aufgaben, wie Müllabfuhr, Wasserkosten und Straßenbau auf die verbleibenden Bürger verteilt werden müssen.

Die hiesigen Landwirte haben erhebliche negative Auswirkungen zu befürchten:
Wer will das von den örtlichen Bauern angebaute Gemüse essen, das dann ebenfalls belastet ist?

Durch die Stromtrasse wird unsere Gemeinde Bürger verlieren, unsere Naherholungsgebiete werden gemieden werden, die wunderschöne Landschaft zerstört und unsere Häuser werden nichts mehr wert sein. Zu all dem kommt noch der ungerecht verteilte Wertverlust kurz- und langfristiger Art von Grundstücken und Wohneigentum. Sie planen unsere Lebensgrundlage zu zerstören und unsere
Ersparnisse zu vernichten. Dagegen wehren wir uns und erheben Einspruch!
Die zu erwartenden Kosten stehen in keinem rechtfertigbaren Verhältnis zu dem erhofften Nutzen im Vergleich zu einer dezentralen Energieversorgung, die ebenfalls der gewünschten Energiewende entspricht.

Durch den Stromtransit tragen wir, die betroffenen Bürger der Gemeinde Neunkirchen am Sand und unsere Gemeinde die Lasten der Energiewende überproportional, was den Gleichheits- und Gerechtigkeitsgrundsatz der deutschen Verfassung verletzt.

Es gilt auch die grundsätzliche Anfälligkeit einzelner Leitungen gegen den Terrorismus und andere Ausfallgrunde gegenüber einer dezentralen Stromversorgung mit neuronalen Netzwerkaufbauten, die aus sich selbst heraus bereits stabil sind, redundant und somit wenig angreifbar sind.
Aus all diesen Gründen erheben wir Einspruch gegen der Süd/Ost Trasse und werden uns als einzelne Bürger und über unseren Bürgerverein massiv dagegen wehren.

Wenn die Notwendigkeit der Gleichstrompassage Süd/Ost dennoch von unabhängigen Gremien festgestellt sein sollte und realisiert wird, dann fordern wir:
– den Trassenverlauf entlang vorgeschädigter Flächen (z.B. durchgehend an Autobahnen oder Bahnlinien)
– Erdverkabelung in sensitiven Bereichen, wo Wohngebiete zu nahe (näher als 1 km) kommen
– eine angemessene Entschädigung der Eigentümer zu den marktüblichen Preisen von vor der Stromtrassenplanung.

Die Energiewende ist ein Projekt der gesamten Gesellschaft: Höhere Kosten wie durch Verkabelung müssen alle Bürger tragen. Nur so ist gesellschaftliche Akzeptanz im Sinne der Äußerung von Sigmar Gabriel, „die Menschen bei der Energiewende mitzunehmen“ zu erreichen.

Hochachtungsvoll,

 Posted by at 0:21

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